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LDC und Universität Duisburg-Essen erhalten € 905.000 zur Entwicklung neuer Medikamente gegen altersbedingte Erblindung

 

Dortmund, 13. Dezember 2018 – Die Lead Discovery Center GmbH (LDC) und die Universität Duisburg-Essen (UDE) erhalten im Rahmen des Leitmarktwettbewerbs LifeSciences.NRW Fördermittel in Höhe von € 905.000. Zusammen mit dem Eigenanteil, den das LDC beisteuert, werden die Partner insgesamt € 1,3 Millionen einsetzen, um neue Wirkstoffe zur Behandlung altersbedingter Makuladegeneration (AMD) zu entwickeln.
AMD ist die häufigste Ursache für Erblindung. Allein in Deutschland sind ungefähr 6,9 Millionen Menschen betroffen, davon 480.000 in einem fortgeschrittenen Stadium. Bislang gibt es keine zufriedenstellende Therapie.
Neue Erkenntnisse haben gezeigt, dass bei AMD-Patienten häufig ein bestimmtes Enzym, die HTRA1-Protease, in erhöhten Mengen vorliegt. Dies führt zu einem vermehrten Abbau von Proteinen und in der Folge zu einer Schädigung der Makula, die für das Sehvermögen entscheidend ist. Ausgangspunkt für das gemeinsame Entwicklungsprojekt sind Forschungsergebnisse von Prof. Dr. Ehrmann und seinem Team an der UDE, die nahelegen, dass die gezielte Hemmung von HTRA1 ein vielversprechender neuer Ansatz ist, um das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen.
In einem ersten, ebenfalls vom Land NRW geförderten Kooperationsprojekt, haben das LDC und die UDE bereits eine Reihe chemischer Substanzen identifiziert, die HTRA1 spezifisch blockieren. Im jetzt gestarteten Folgeprojekt wollen die Partner diese Substanzen optimieren und validieren. Das Ziel ist die Entwicklung einer Leitstruktur, die gut charakterisiert ist, alle Anforderungen an einen medizi¬ni¬schen Wirkstoff erfüllt und in einem in-vivo Modellsystem therapeutische Wirksamkeit zeigt.
Dafür werden das LDC und das Team von Prof. Dr. Ehrmann eng mit zwei weiteren Arbeitsgruppen an der UDE zusammenarbeiten. Prof. Kaiser und seine Kollegen werden ihre umfassenden Kenntnisse im Bereich von Protease-Inhibitoren einbringen, und die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Sanchez Garcia trägt ihre langjährige Erfahrung in der Berechnung und Simulation von Biomolekülen und biochemischen Prozessen bei. Das LDC koordiniert das Projekt und trägt die Kompetenzen bei, die für eine professionelle Wirkstoffentwicklung notwendig sind, v.a. in den Bereichen der Medizinalchemie und Pharmakologie. „Diese Kooperation ist eine großartige Chance, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung zum Nutzen von Patienten weiterzuentwickeln“, so Prof. Ehrmann. „Angesichts einer weltweit alternden Bevölkerung benötigen wir dringend bessere Möglichkeiten zur Behandlung von AMD.“
„Wir freuen uns sehr, mit diesem großartigen und bewährtem Team zusammenzuarbeiten“, ergänzt Dr. Bert Klebl, Geschäftsführer des LDC. „Das Projekt wird enorm von ihren Kompetenzen und Erfahrungen profitieren. Gemeinsam können wir einen Entwicklungsstand erreichen, der für Industriepartner höchst attraktiv ist, so dass anschließend auch der Transfer in die klinische Entwicklung gelingt.“

 

 

Das gemeinsame Entwicklungsprojekt ist auf 3 Jahre angelegt. Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

 

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